Mit dem Auto nicht erreichbar – Google Street View lichtet Inuit-Dorf vom Rad aus ab

Das Inuit-Dorf Cambridge Bay im Norden Kanadas wollte auch bei Google Street View zu sehen sein. Um den Wunsch zu erfüllen, musste man beim Internetriesen improvisieren.
Ein Einwohner der Ortschaft hatte den Internet-Konzern gebeten, seinen Online-Panoramadienst auf das arktische Dorf auszuweiten, damit Menschen weltweit die Region besser kennenlernen können, wie die „New York Times“ am Donnerstag (Ortszeit) berichtete. „Die Menschen denken, wir würden in Iglus wohnen und uns mit Hundeschlitten fortbewegen“, sagte Chris Kalluk der Zeitung. In dem Ort mit rund 1500 Einwohnern gebe es aber beispielsweise Häuser, Straßen und Schneemobile.

Google Street View reagierte auf die Bitte und schickte anstelle der in anderen Orten eingesetzten Kamera-Autos ein speziell ausgerüstetes Fahrrad. Ein Auto in das meist nur per Flugzeug und selten mit dem Boot erreichbare Dorf zu bringen, sei zu kompliziert gewesen, sagte eine Sprecherin von Google Street View.

Bis die Fotos im Internet zu sehen seien, werde es aber noch einige Monate dauern. Zunächst müssten beispielsweise Gesichter verpixelt werden. Das sei in diesem Fall besonders aufwendig, da immer eine Gruppe begeisterter Kinder das außergewöhnliche Google-Street-View-Fahrrad verfolgt habe.

Die Menschen in Cambridge Bay selbst werden das Ergebnis allerdings nicht im Internet ansehen können, zumindest nicht alle gleichzeitig. Die Satelliten-Verbindung im Dorf sei sehr schwach, sagte Einwohner Kalluk. „Wenn einer ein Online-Video schaut, hat der Rest von uns kein Internet mehr.“

 

Quelle: http://www.focus.de
 

Post Navigation