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Vodafone, O2, E-Plus, Telekom – Dieser Anbieter hat das beste Netz und den besten Empfang

  • Die Netzabdeckung zwischen den Mobilfunkanbietern variiert oft gewaltig.
  • Insgesamt hat die Telekom die Nase vorn – andere Anbieter holen jedoch auf.
  • Die besten Smartphones finden Sie in unserer Bestenliste.

Egal ob Samsung, Apple oder Sony: Ohne das richtige Netz wird das neue Spitzen-Smartphone zum teuren Briefbeschwerer. Aber bietet die Telekom wirklich das beste Netz? Oder doch eher Vodafone? Und wie schneiden O2 und E-Plus ab? Verschiedene Fachredaktionen führen regelmäßig Tests in Deutschland durch, um das beste Netz zu ermitteln.

Connect: In Zügen schwächeln alle

Die Fachzeitschrift „Connect“ war auf 45.000 Kilometern in ganz Deutschland unterwegs und hat Telefonie und Datenempfang in Städten und unterwegs getestet. Die Telekom liegt in allen Disziplinen deutlich vor ihren Mitbewerbern und bietet gute Sprach- und Datenqualität – egal ob Großstadt, Kleinstadt oder auf der Autobahn. Abzüge gibt es für die Netznutzung in Zügen: Hier hat die Telekom deutlich Nachholbedarf. Trotzdem liegt der Anbieter noch vor Vodafone, O2 und E-Plus.

Die Connect-Redaktion erklärt: So haben wir getestet

Vodafone auf der Überholspur

Vodafone hat im Vergleich zum Vorjahrestest deutlich aufgeholt und kommt in den Städten an den großen Konkurrenten in Magenta heran. In Kleinstädten und im Zug macht Vodafone allerdings keine gute Figur, liefert aber auf den Straßen eine ordentliche Leistung ab. O2 bietet in Großstädten ein gutes Datennetz, kommt dafür aber in Kleinstädten nicht hinterher. Insgesamt schwächelt O2 bei der Telefonie: lange Rufaufbauzeiten sind die Folge. Das Netz von E-Plus bietet dagegen eine gute Sprachqualität, schwächelt allerdings bei der Datengeschwindigkeit in den Städten.

Chip: Test mit Facebook und WhatsApp

Die Experten der Computerzeitschrift „Chip“ haben auf 5600 Kilometern die Autobahnen und Landstraßen Deutschlands getestet und waren mit speziellen Messrucksäcken in den größten Städten jedes Bundeslandes. Auch hier holt die Telekom Spitzenwerte in allen Kategorien. Egal ob Telefonie, mobiles Internet oder LTE-Netz: Der ehemalige Staatskonzern hat die Nase vorn. Während die anderen Anbieter in Sachen Sprachqualität nahe an die Telekom herankommen, bietet die Telekom das beste Datennetz in den Städten. Das Unternehmen liefert hier hervorragende Werte im Auto, im öffentlichen Nahverkehr und zu Fuß.

 

O2 und E-Plus versagen im Datennetz

Vodafone erzielt laut „Chip“ ebenfalls gute Werte in den Städten und kommt bei der Sprachqualität nahe an die Telekom heran. Auf dem Land schwächelt Vodafone dagegen. Das mobile Internet ist insgesamt ordentlich, weißt aber Probleme in Norddeutschland auf. O2 und E-Plus bieten eine ähnlich gute Sprachqualität, verlieren aber viele Punkte im Datennetz. O2 konnte sein mobiles Internet auf dem Land ein wenig ausbauen, weist hier aber im Vergleich zur Telekom und Vodafone noch Defizite auf. E-Plus bietet ein gutes LTE-Netz, allerdings noch nicht in allen Städten.

„Chip“ hat außerdem beliebte Apps wie Facebook und WhatsApp mit den verschiedenen Mobilfunkanbietern getestet und Upload-Geschwindigkeiten gemessen. Auch hier liegt die Telekom deutlich vorne, gefolgt von Vodafone, O2 und E-Plus.

Original-Artikel:

http://www.focus.de/digital/handy/vodafone-o2-e-plus-telekom-superschnell-und-sicher-surfen-dieser-anbieter-hat-wirklich-das-beste-netz_id_4663605.html

Heimnetzwerk: Diese Repeater vergrößern Ihre WLAN-Reichweite

Oft reichen schon zwei Wände zwischen Router und Empfänger, und die Internet-Geschwindigkeit geht massiv in den Keller. Die Konsequenz: Der Kontakt zum Funknetzwerk bricht entweder völlig ab oder die Datenübertragung verläuft nur noch im Schneckentempo.

In größeren Wohnung oder in Häusern lohnt sich daher die Installation eines Repeaters (auch „Range Extender“, „Wiederholer“), der ein zusätzliches Funknetzwerk aufbaut, das die Reichweite vergrößert. Doch welche Geräte kaufen die Deutschen am liebsten? Die Redaktion hat zusammen mit dem Preisvergleichsportal Idealo.de die 20 beliebtesten WLAN-Verstärker für Sie herausgesucht.

Der AVM FRITZ! Repeater 1750E

Einer der teuersten Repeater ist gleichzeitig der beliebteste: Der AVM FRITZ! WLAN Repeater 1750E kostet aktuell circa 80 Euro (Stand: November 2014), funkt dafür aber in zwei Frequenzbändern.

Er arbeitet bei 5 Gigahertz im schnellen ac-Standard mit bis zu 1300 Megabit pro Sekunde sowie bei 2,4 Gigahertz mit bis zu 450 Megabit pro Sekunde (n-Standard) und ist abwärtskompatibel zum a- und b-Standard. Außerdem bietet er Gigabit-LAN und WPA-2.

AVM FRITZ! WLAN Repeater 310

Einstecken, die WPS-Tasten an Router und Repeater drücken – schon gibt es WLAN-Empfang, auch in der hintersten Ecke der Räumlichkeiten. Im Test schob der AVM FRITZ! WLAN Repeater 310 die Daten flott durch: Selbst nach vier durchdrungenen Wänden betrug die Datenrate 30 Megabit pro Sekunde.

Das reicht locker fürs Streamen von HD-Videos übers Netz. Der Clou: Das WLAN des Repeaters macht auf Wunsch nachts eine Sendepause – aber nur, wenn der Router eine Fritz Box ist. Mit etwa 30 Euro (Stand: November 2014) ist der Repeater 310 zudem ein echtes Schnäppchen. Weitere getestete Modelle finden Sie in der Übersicht.

So funktionieren Repeater

Repeater arbeiten als Vermittler zwischen dem Router und Ihren WLAN-Geräten. Außer den Vorteilen bei Tempo und Empfang gibt es keine Unterschiede zum Router-WLAN. Das kleine Kästchen kommt dort in die Steckdose, wo der WLAN-Empfang noch akzeptabel ist.

Der Repeater verbindet sich (per WLAN) mit dem Router, empfängt seine Signale und sendet sie verstärkt weiter. So erweitern Sie Ihr heimisches Netzwerk ohne lästigen Kabelsalat.

WLAN-Repeater einrichten

Repeater und Router sind über eine sichere WPA2-Verschlüsselung verbandelt. So richten Sie sie ein:

Per WPS: Am einfachsten geht es per Knopfdruck (WPS = „WiFi Protected Setup“). Das erspart die Eingabe von Passwörtern.

Per Einrichtungsseite: Die meisten Repeater bieten ein spezielles WLAN zum Einrichten an. Verbinden Sie Ihr Notebook oder Tablet damit und rufen Sie per Internet-Browser die Einrichtungsseite des Repeaters auf.

Wählen Sie darin das WLAN, mit dem sich der Repeater verbinden soll und geben Sie das zugehörige WLAN-Passwort ein. Sobald die Verbindung steht, schaltet sich das Einrichtungs-WLAN ab.

Wie hoch ist der Stromverbrauch?

Ein Repeater verbraucht circa 2 Watt im Ruhemodus und bis zu 15 Watt während der Datenübertragung. Über das Jahr kommen so zwischen 15 und 35 Kilowattstunden (kWh) zusammen – das ergibt Stromkosten von bis zu neun Euro. Der AVM Fritz WLAN Repeater 310 verbraucht beispielsweise 20,4 kWh (5,25 Euro) im Jahr.

Stimmt es, dass Repeater das WLAN-Tempo halbieren?

Ja. Hintergrund: Repeater versorgen stets zwei Geräte mit Datenpaketen – den Router und das Empfangsgerät. Dadurch halbiert sich die Datenübertragungsrate des WLAN. Von den 300 Megabit pro Sekunde, die ein Router mit 802.11n-Standard sendet, bleiben „hinter“ dem Repeater nur noch 150 Megabit pro Sekunde übrig. Dieses Tempo ist aber in der Regel vollkommen ausreichend, denn kaum ein Internetanschluss ist so schnell.

Lassen sich mehrere Repeater verwenden?

Ja. Theoretisch lassen sich sogar bis zu 254 WLAN-Repeater einsetzten, um das Funksignal Ihres Routers zu erweitern. In der Praxis macht der Einsatz von mehr als 20 Repeatern aufgrund von Überschneidungen der WLAN-Reichweiten aber nur wenig Sinn. Wichtig bei der Einrichtung zusätzlicher Geräte: Der neue Repeater muss das Signal des Routers verstärken, nicht das des anderen Repeaters. Andernfalls würde der zweite Repeater das in der Praxis bereits etwas verringerte Übertragungstempo vom ersten Repeater noch weiter verringern. Tipp: Damit das nicht passiert, ziehen Sie bei der Einrichtung eines neuen Geräts vorhandene Repeater vorübergehend aus der Steckdose. So verhindern Sie außerdem, dass Sie bei der Einrichtung versehentlich im Menü eines anderen Repeaters landen.

So platzieren Sie Ihren Router richtig

Der Standort für Ihren Repeater sollte gut gewählt sein, ist er zu weit weg vom Router, empfängt er das WLAN-Signal nicht richtig und kann es dementsprechend auch nicht verstärken. Am besten probieren Sie verschiedene Steckdosen aus und testen, etwa mit einem Tablet oder einem Smartphone, wie gut die WLAN-Abdeckung in verschiedenen Ecken des Hauses ist.

Wie gut der Empfang ist, signalisiert die LED-Leiste am Repeater: Je mehr LEDs leuchten, desto besser die Funkverbindung zwischen Router und Repeater. Mindestens zwei Lämpchen sollten leuchten. Für einen bestmöglichen Effekt achten Sie zudem darauf, dass in der Nähe der Steckdose keine Störquellen wie Mikrowellen, Elektrogeräte mit großem Metallgehäuse oder Heizkörper vorhanden sind.

WLAN-Router als Repeater benutzen – so klappt es

Viele Router-Hersteller bieten inzwischen Repeater an – leider harmonieren einige dieser Geräte nicht mit den WLAN-Routern anderer Hersteller. Die Alternative: Stellen Sie einfach einen etwas älteren WLAN-Router desselben Herstellers auf Repeater-Betrieb um.

Das ist oft günstiger als der Kauf eines neuen Repeaters. Besonders geeignet sind dafür die Fritz-Box-Modelle mit WLAN sowie die baugleichen 1&1-Surf&Phone-Boxen. „Computer Bild“ zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie aus einem zweiten Router einen Repeater machen.

Der große DSL-Speedtest

Ist alles eingerichtet, ist die alles entscheidende Frage: Wie schnell bin ich denn nun wirklich im Netz unterwegs? Antworten liefert der „Computer Bild“-Speedtest. Leistungsfähige Messmethoden sorgen dabei für zuverlässige Messwerte, die Sie jederzeit in Ihrem persönlichen Profil aufrufen können. Starten Sie den Speedtest jetzt!

Zwischenstück in die Steckdose und schon besitzen Sie ein Heimnetzwerk

In den meisten Haushalten in Deutschland gibt es mittlerweile mehr als ein internetfähiges Gerät. Oft hat man noch einen Desktoprechner einen oder zwei Laptops und mehrere Smartphones je nach Größe der Familie. In vielen Fällen ist ein Router alleine damit überfordert, alle Räume der Wohnung oder des Hauses mit einem stabilen Netz zu versorgen. Nun hat man die Möglichkeit, das vorhandene WLAN-Netz mit einem oder zwei Repeatern zu erweitern, allerdings wird es immer so bleiben, dass eine WLAN Verbindung immer etwas weniger stabil ist. Für manche Anwendungen wie zum Beispiel große Downloads oder Online-Spiele ist es immer besser, eine stabile LAN-Verbindung zu haben. Außer in hochwertigen Neubauten sind für gewöhnlich in Wohnungen und Häusern keine Netzwerkkabel verlegt, so dass dies nachträglich eingebaut werden müsste. Für viele ist es ein zu großer Aufwand, das ganze Haus neu zu verkabeln. Die Lösung für dieses Problem ist das so genannte d-LAN, eine Technologie, die eine LAN-Verbindung über die vorhandenen Stromleitungen herstellt. Dafür gibt es auf dem Markt Adapter, die man einfach in die Steckdose steckt und so das Haus vernetzt. Wichtig dabei ist, dass man möglichst die Adapter direkt in eine Wandsteckdose steckt, der Betrieb in einer Mehrfachsteckdose kann Störungen verursachen. Als zusätzliches Feature gibt es auch d-LAN-Adapter, die gleichzeitig als WLAN-Hotspot fungieren. Damit hat man auch im ganzen Haus Empfang mit einem Smartphone, ipad oder Notebook, was natürlich extrem praktisch ist. Ein zusätzlicher großer Vorteil ist neben der Einsparung der Verkabelung, dass über eine LAN Verbindung wesentlich schneller Daten innerhalb des Netzes transportiert werden können. Wenn Sie zum Beispiel eine Netzwerkfestplatte haben und darüber Filme oder Musik streamen, haben sie eine spürbare besseren Datenstrom. Laut Anleitung ist die Einrichtung der d-LAN-Adapter relativ simpel, allerdings hatte ich Probleme, mein Kabelmodem damit zu verbinden. Ein Computerexperte, der mir empfohlen wurde und hier bei uns einen PC-Service anbietet, konnte mir das ausführlich erklären. Wenn man so wie ich nur ein Kabelmodem hat, kann darauf auch nur ein Computer gleichzeitig ins Netz. Aus diesem Grunde brauchte ich noch einen Router, der das Signal des Kabelmodems sozusagen aufteilt. Der EDV-Service baute mir dann die Konfiguration zusammen. Das Kabel vom Kabelmodem wurde in den WAN-Port des Routers gesteckt und von einem der Ports für dein Kabel in den ersten d-LAN Adapter. Damit das Ganze funktioniert, muss man, nachdem man alles verkabelt hat, alles ausschalten und zuerst das Kabelmodem neu starten, dann den Router und dann nacheinander die Adapter. Mit dieser Konfiguration hat es auch auf Anhieb geklappt und wir haben im ganzen Haus ein stabiles Netzwerk. Ich kann die Alternative mit d-LAN nur jedem empfehlen.

Netzausbau: Im Internetzeitalter ist Deutschland wieder geteilt

Torsten Westphal würde sein Leben gern anders leben. Er würde von zu Hause arbeiten und nicht jeden Tag im dichten Verkehr eine Stunde nach Berlin fahren. Er würde seiner Tochter und seinem Sohn das freie Internet erlauben und nicht schon mittags den Internet-Router abstellen. Er würde Filme über das Web streamen und nicht DVDs kaufen oder in der Videothek ausleihen.

Torsten Westphal würde gern ein modernes Leben leben. Doch der 46-Jährige lebt in Blumberg, einem Ortsteil von Ahrensfelde, nicht einmal fünf Kilometer östlich von der Berliner Stadtgrenze entfernt, der größten Metropole in Deutschland. Dort, wo Westphal mit seiner Frau und seinen Kindern wohnt, ist digitales Niemandsland. Auf der Karte der DSL-Breitbandanschlüsse ist dort, wo Blumberg liegt, ein weißer Fleck. „Man hat uns schlichtweg vergessen“, sagt Westphal.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Nach der Wiedervereinigung wollte die Deutsche Telekom dem Osten Gutes tun – und hat Glasfasertechnik in die Erde gebuddelt. Unglücklicherweise zeigte sich im Nachhinein, dass die sonst üblichen alten Kupferleitungen weitaus leistungsfähiger waren als angenommen.

Und so rüstete die Telekom die Kupferleitungen mit dem schnellen DSL-Internet auf. Orte wie Blumberg hatten das Nachsehen, ihnen blieben nur die schicken ISDN-Leitungen, mit gerade einmal 128 Kilobit pro Sekunde. Und auch nur, wenn zwei Leitungen gebündelt werden.

Alten Glasfasernetze wurden überbaut

Damit lassen sich heute kaum noch Webseiten aufrufen. Dort, wo es sich wirtschaftlich lohnte, hat die Telekom in den vergangenen Jahren die alten Glasfasernetze kostspielig überbaut. Denn mit modernen Glasfasernetzen haben die ISDN-Leitungen nicht viel zu tun. In Blumberg lohnte sich der Überbau nicht. Einer Vielzahl von Gemeinden geht es ähnlich. Ohne Kostenbeteiligung will die Telekom dort nicht Hand anlegen. Doch die wenigsten Kommunen können die Summen aufbringen.

Wer Glück hat, bekommt Fördergelder. Blumberg hat Pech. Das muss auch Wilfried Gehrke zugeben, der Bürgermeister von Ahrensfelde. Seine Gemeinde liegt im Berliner Speckgürtel. „Dabei wird dort sogar Landwirtschaft betrieben“, sagt er. Drei der fünf Ortsteile von Ahrensfelde haben schnelle DSL-Anschlüsse. Blumberg und Mehrow leider nicht. Gehrke hat einmal durchrechnen lassen, was es kosten würde, um die 2200 Einwohner in Blumberg an ein modernes Glasfasernetz anzuschließen: zwei Millionen Euro. Damit hatte sich die Sache für die Gemeindevertreter erledigt.

Deutschland ist im Internetzeitalter wieder ein geteiltes Land. Die Trennung vollzieht sich nicht in Ost und West sondern in Stadt und Land. Während Bewohner großer Städte wie Berlin, Hamburg und München zwischen einer Vielzahl von Internet-Anbietern über Telefon- oder TV-Kabelnetze zum Niedrigpreis wählen können, gibt es in ländlichen Regionen häufig nur die Telekom – oder eben keinen Anbieter.

Auf dem Papier ist von dem Ungleichgewicht nicht viel zu sehen. Nach der Statistik sind heute in 99,7 Prozent aller Haushalte in Deutschland Internet-Geschwindigkeiten von einem Megabit pro Sekunde und mehr verfügbar. Gut 90 Prozent aller Haushalte kommen sogar auf sechs Megabit und mehr. Dass es statistisch zu einer einer solchen Abdeckung kommt, ist vor allem der Funktechnologie LTE (Long Term Evolution) zu verdanken. Bei der Versteigerung dieser Funkfrequenzen von 2010 hat die Bundesnetzagentur die Mobilfunker gezwungen, ländliche Regionen zuerst zu versorgen.

Funktechnologie LTE ersetzt Breitband nicht

Auch Blumberg hat LTE-Antennen bekommen. „Das ersetzt aber nicht den Breitbandanschluss“, sagt Bürgermeister Gehrke. Kommt es zum Stau auf der Autobahn A10, die Ahrensfelde durchschneidet, geht nicht mehr viel im Netz, weil sich dann Hunderte von Autofahrern plötzlich mit ihren Smartphones einbuchen.

Auch Torsten Westphal stößt zu Hause schnell an die LTE-Leistungsgrenze. Zwar wissen seine Bekannten bereits, dass sie ihm keine E-Mails mehr mit großen Anhängen schicken sollen. Doch gegen die beiden Teenager im Haus und ihren YouTube-Konsum kommt er kaum an. Sind erst einmal 15 Gigabyte verbraucht, wird die Funkgeschwindigkeit vom Anbieter gehörig gedrosselt. „Dann geht nichts mehr“, sagt Westphal.

Deswegen kontrolliert er ständig den Datenverbrauch. Wird es zu wild, dreht er schlichtweg den Router ab. Dann herrscht im Hause Westphal Funkstille. Das mag privat noch verkraftbar sein. In der Blumberger Friedrich von Canitz Grundschule treibt das aber skurrile Blüten. Zwar ist die Schule mit einem modernen Computerraum ausgerüstet.

Doch wenn drei Kinder zugleich ihren Internet-Browser öffnen, versagt das ISDN-Modem seinen Dienst und muss neu gestartet werden, berichtet Westphal, der als Mitglied der Bürgerinitiative „DSL nach Blumberg“ das Thema immer wieder bei Gemeindesitzungen zur Sprache bringt. „Wo bleibt da die Chancengleichheit?“, fragt er.

Kein schnelles Internet – Hotelkunden bleiben aus

Diese Frage stellt sich auch Frank Streich, Besitzer des Blumberger Hotels Aragon. „Im Wettbewerb mit anderen Hotels spiele ich mit einer Pflaume, nicht mit einem Rundball.“ Dann redet sich Streich in Rage, erzählt von seinen nagelneuen Internet-Fernsehern auf jedem Zimmer, die er nicht anschließen kann, von Geschäftsleuten, die nicht mehr zurückgekommen sind, weil sie sich einen Aufenthalt ohne Internet nicht mehr vorstellen können, von Firmen, die ihre Tagungen inzwischen lieber woanders veranstalten.

Inzwischen hat Streich zum allerletzten Mittel gegriffen. Seinen Gästen bietet er nun Internet über Satellit. Eine Notlösung, wie er sagt. Sind zehn Gäste online, ist die Bandbreite ausgelastet. „Wir stoßen damit jeden Tag an unsere Grenze.“

Industrie und Gewerbetreibende singen das Klagelied gemeinsam. Ohne schnelle Internetanschlüsse lassen sich heute kaum noch Firmen ansiedeln. Dass die Auswirkungen weithin spürbar sind, haben Wissenschaftler längst in einer Vielzahl von Studien festgestellt. Demnach soll eine zehnprozentige Zunahme der Breitbandversorgung die Wirtschaftskraft eines Landes um jährlich 1,5 Prozent steigern.

Tatsächlich sind eine Vielzahl von Jobs ohne Breitbandinternet kaum denkbar. Dieser Effekt dürfte sich noch verstärken, je mehr Unternehmen auf Cloud-Dienste zugreifen, bei denen Informationen und Funktionen direkt aus Rechenzentren geliefert werden und nicht mehr von Computern aus den Unternehmen selbst. Auch für digitale Anwendungen wie Internet-Fernsehen und E-Government ist schnelles Internet unerlässlich.

Telekom spricht vom „Schneckenband“

Experten sehen in Gesundheitsleistungen aus der Ferne eine Maßnahme gegen den Ärztemangel in ländlichen Regionen. Nach und nach werden schnelle Internet-Zugänge so selbstverständlich wie Wasser- und Stromanschlüsse. Schon jetzt ist absehbar, dass die Bandbreitenanforderung schnell steigen wird. Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme nennt Bandbreiten von weniger als sechs Megabit bereits „Schneckenband“.

Während Privathaushalte möglicherweise mit dem Internet über Mobilfunk noch leben können, ist dies für Unternehmen keine Lösung. Zu schnell sind die Datenobergrenzen erreicht. Werden aber die Funklösungen aus der Statistik herausgerechnet, zeichnet sich in Deutschland ein ganz anderes Bild. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums bekommen hierzulande 1,9 Millionen Haushalte noch nicht einmal Internet-Geschwindigkeiten von mindestens einem Megabit über ihre Telefon- oder TV-Kabel. Schneckenhaushalte.

Experten sind sich einig, dass mittelfristig nur die neuen Glasfaseranschlüsse die notwendigen Leistungen erbringen können. Der Königsweg des Internet-Ausbaus – ein flächendeckendes, modernes Glasfasernetz – scheint derzeit aber nicht finanzierbar. Schätzungen zufolge würde er etwa 80 Milliarden Euro kosten. Vor allem in ländlichen Regionen könnte schon der Anschluss eines einzigen Haushalts Kosten von mehreren Tausend Euro bedeutet, weil die Leitungen neu verlegt werden müssen.

Glasfaserausbau dauert viel zu lange

Derzeit wird daher eher vorsichtig gebaut, bei der Telekom kommen etwa 100.000 bis 200.000 Glasfaser-Anschlüsse jährlich hinzu, nicht zuletzt, weil viele Nutzer nicht bereit sind, für hohe Geschwindigkeiten zusätzliche Gebühren zu bezahlen. Torsten Gerpott, Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, hat die Ausbauleistung einmal hochgerechnet: Sollte es so weitergehen, würde Deutschland eine 50-prozentige Glasfaserversorgung in etwa 130 Jahren erreicht haben. Glasfaser-Anschlüsse erreichen Gigabit-Geschwindigkeiten. 1000 Megabit entsprechen einem Gigabit.

Zwar bauen auch die Telekom-Konkurrenten Glasfasernetze aus, doch beschränken sie sich meist auf Ballungsräume wie Köln oder München. Dass sich dieser Ausbau beschleunigt, ist derzeit nicht absehbar. Die Telekom hat jüngst grünes Licht von der Netzagentur für eine Technologie bekommen, die als „Vectoring“ bezeichnet wird. Vereinfacht dargestellt, bündelt sie damit die Kupferleitungen, die vom Straßenrand in die Häuser führen. Auf diese Weise sind Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde möglich.

Kritiker werfen der Telekom vor, so das Sterben der Kupferleitungen zu verlängern und den Glasfaserausbau zu verzögern. „Die DSL-Technologie ist am Ende des Lebenszyklus“, sagt Kabel-Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein. Die Telekom bezeichnet Vectoring als Übergangstechnologie und entgegnet, dass sie dafür die grauen Kästen mit Glasfaser anschließen muss. Allein dies sei ein Schritt in die Glasfaser-Zukunft Deutschlands.

Die Politik hofft auf die Wirtschaft

Die Politik kann den Ausbau nur begrenzt anschieben. Zwar hat die Bundesregierung Breitbandziele formuliert, doch verpflichten kann sie dazu niemanden. Demnach sollen bis Ende des kommenden Jahres drei Viertel der Haushalte in Deutschland mit Geschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt werden können. „Nicht zu schaffen“, sagten Experten. Bis 2018 sehen die Breitbandziele sogar eine vollständige Versorgung mit mindestens 50 Megabit vor. „Die Bundesregierung sieht die Breitbanderschließung vordringlich als Aufgabe des Marktes“, heißt es dazu aus dem Wirtschaftsministerium. Will sagen: Die Wirtschaft soll es richten.

Dort, wo es sich nicht lohnt, richtet sich aber gar nichts. Und in vielen Fällen helfen auch Fördergelder nicht weiter, die nur zögerlich fließen. Doch im vergangenen Jahr gab es aus diesen Mitteln gerade einmal 16 Millionen Euro Zuschüsse. „Die Förderung des Breitbandausbaus ist nicht alleinige Aufgabe des Bundes, sondern muss von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam geschultert werden“, antwortete die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage.

Bei der Erneuerung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) haben die Politiker darauf verzichtet, einen Breitbandanschluss von zwei Megabit pro Sekunde für jeden Bürger zu garantieren. Zwar gab es sowohl bei den Grünen als auch innerhalb der SPD Befürworter für eine Ausbauverpflichtung. Doch am Ende fand sich davon im Gesetz nichts wieder.

Fraunhofer: Forscher übertragen 100 GBit/s per Richtfunk

 

Bei einem Weltrekordversuch haben Forscher in Deutschland Richtfunk und Glasfaserkabel verbunden. Die Technologie soll auch in Wohnungen eingesetzt werden können.

In einem Rekordversuch haben Wissenschaftler Daten mit einer Übertragungsrate von 100 GBit/s übertragen. Das berichtet das Team in der aktuellen Ausgabe des Magazins Nature Photonics. Die Daten wurden bei einer Frequenz von 237,5 GHz über eine Entfernung von 20 Metern im Labor übermittelt. Continue Reading

S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine: Leben im Schutz des Mittelwerts

Versicherungen sind der Anfang: Wer sein Fahrverhalten überwachen lässt, kann in Großbritannien Prämien senken. Die Digitalisierung vieler Lebensbereiche ermöglicht exakte Messungen des Verhaltens. Das erhöht den Druck auf alle, die vom erwünschten Lebensstil abweichen.

Der famose englische Begriff „educated guess“ lässt sich etwas verbogen übersetzen mit „begründete Vermutung“. Diese Form des Vermutens ist eine wichtige Grundlage der Wirtschaft. Klassische Werbung etwa basiert auf einer Vielzahl von Annahmen. Wie viele Leute einen Werbespot im Fernsehen wirklich sehen, ist kaum messbar, man behilft man sich mit rechnerischen Annäherungen. Ebenso verhält es sich mit Anzeigen in gedruckten Medien. Wer kann schon sagen, wie viele Leser die Anzeige auf Seite 67 unten tatsächlich betrachtet haben? Oder ob – wie marktrelevante Analysen sagen – wirklich und wahrhaftig jedes einzelne verkaufte „Focus“-Magazin von mehr als neun Leuten gelesen wird. Im Durchschnitt. Continue Reading

Kommentar: DSL-Sperre – Liebe Telekom, das sehe ich nicht ein!

Die Telekom will ihren Kunden das Internetnutzungsverhalten diktieren. Wie bitte? Ich darf nur noch 30 Minuten am Tag spielen und maximal 400 Fotos hochladen? Nicht mit mir!

Die Telekom drosselt ihre DSL-Anschlüsse – vermutlich 2016 soll es losgehen. Wenn ich die 75 GB erreicht habe, krieche ich den Rest des Monats dann im Schneckentempo durch das Internet. Fünfundsiebzig Gigabyte!! Was soll die Aufregung? Das reicht doch locker, argumentieren die Befürworter. In ihren Reihen befinden sich vielleicht keine Lovefilm-Abonnenten (Stichwort: HD-Streaming), keine Zocker (ein Steam-Spiel wiegt nicht selten 8 GB) und keine Rdio -Nutzer. Und erst recht scheinen unter den Befürwortern keine Familien mit jugendlichen Kindern zu sein, welche gerne mehrere der genannten Dienste gleichzeitig nutzen während sie skypen.
Doch, schreien die Befürworter! Die Telekom hat es sogar ausgerechnet: „Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming.“, steht in der Pressemitteilung zur DSL-Kastrierung.

Wie bitte? Ich bin Hobby-Fotograf und habe einen Flickr-Premium-Account. Den habe ich mir gekauft, um unbegrenzt Fotos hochladen zu dürfen. Mit der Telekom soll jetzt trotzdem bei 400 Schluss sein? Außerdem: Als leidenschaftlicher PC-Spieler kann ich über eine halbe Stunde Gaming am Tag nur lachen. Und dass ich trotz Streaming-Flatrate bei Lovefilm meine Heimkino-Abende auf drei pro Monat begrenzen soll, sehe ich nicht ein. Continue Reading

WLAN: Internet fürs Meer

US-Wissenschaftler haben ein Protokoll entwickelt, das eine Kommunikation mit Sensoren im Wasser über das Internet ermöglicht. Es basiert auf dem Open-Source-Betriebssystem Linux.

Unter Wasser gibt ist derzeit noch kein Internet. Gründe sind die schwierige Datenübertragung sowie fehlende Kompatibilität vorhandener Systeme. US-Forscher haben ein Protokoll entwickelt, das eine Kommunikation mit Sensoren im Meer oder in Seen über das Internet ermöglicht. Continue Reading

Neue Internet-Austauschknoten in den USA: Heimspiel für die NSA

Europas Internet-Exchanges liefern sich derzeit ein Wettrennen um den Aufbau neuer Internet-Austauschpunkte in den USA. Der Londoner Internetknoten LINX hat die Nase vorn. Seine US-Tochter LinxNova wird laut LINX-Manager Malcolm Hutty noch in diesem Quartal den Betrieb an Standorten in Washington DC/Virginia starten. Der Frankfurter De-CIX visiert laut einer Ankündigung seines Betreibers eco zunächst die Metropole New York an. Lediglich der Amsterdamer AMS-IX musste sich bislang einer harten öffentlichen Debatte der Frage stellen, warum er dem US-Geheimdienst NSA ein Heimspiel bescheren will. Continue Reading

Gigabit-WLAN: 802.11ac-Access-Point für Unternehmen von Ubiquiti

Professionelle WLAN-Anbieter halten sich bisher zurück, was den 802.11ac-Standard angeht. Ubiquiti Networks kündigt nun einen neuen Access Point an, der Bruttogeschwindigkeiten oberhalb von einem Gigabit/s erreichen soll. Gleichzeitig will die Firma mit Roaming Kunden von Aruba und Ruckus weglocken.

Ubiquiti Networks hat seinen ersten Access Point (AP) angekündigt, der IEEE 802.11ac unterstützt. Laut dem Datenblatt handelt es sich bei dem neuen UAP-AC um einen Dual-Band-Access-Point. Das ist auch notwendig, da 802.11ac nur im 5-GHz-Band funktioniert. Auf dem 5-GHz-Band sind damit bis zu 1,3 GBit/s brutto per Channel Bonding mit 3 Kanälen möglich (802.11a/n/ac). Auf dem 2,4 GHz-Band werden 450 MBit/s unterstützt (802.11b/g/n). Continue Reading

DSL mit 384 Kbit/s: Telekom denkt über Bandbreiten-Drosselung bei DSL-Flatrates nach

Die deutsche Telekom denkt anscheinend darüber nach, die Bandbreite von DSL-Zugängen zu drosseln, sobald ein gewisses Datenvolumen erreicht wird. Eine ähnliche Drosselung gibt es bereits bei Mobilfunk-Verträgen. Das könnte das Ende für die echten DSL-Flatrates einläuten.

Gehören echte, unbegrenzte DSL-Flatrates bald der Vergangenheit an? Die deutsche Telekom hat in ihrem Blog Stellung genommen zu Gerüchten, dass eine Bandbreitendrosselung bei Erreichen eines bestimmten monatlichen Datenvolumens erfolgen könnte. Danach würde der DSL-Kunde nur noch mit 384 Kbit/s durch das Internet schleichen.

Vorbild: Mobilfunk Continue Reading

S.P.O.N. – Die Mensch-Maschine: Leben im Schutz des Mittelwerts

Versicherungen sind der Anfang: Wer sein Fahrverhalten überwachen lässt, kann in Großbritannien Prämien senken. Die Digitalisierung vieler Lebensbereiche ermöglicht exakte Messungen des Verhaltens. Das erhöht den Druck auf alle, die vom erwünschten Lebensstil abweichen.

Der famose englische Begriff „educated guess“ lässt sich etwas verbogen übersetzen mit „begründete Vermutung“. Diese Form des Vermutens ist eine wichtige Grundlage der Wirtschaft. Klassische Werbung etwa basiert auf einer Vielzahl von Annahmen. Wie viele Leute einen Werbespot im Fernsehen wirklich sehen, ist kaum messbar, man behilft man sich mit rechnerischen Annäherungen. Ebenso verhält es sich mit Anzeigen in gedruckten Medien. Wer kann schon sagen, wie viele Leser die Anzeige auf Seite 67 unten tatsächlich betrachtet haben? Oder ob – wie marktrelevante Analysen sagen – wirklich und wahrhaftig jedes einzelne verkaufte „Focus“-Magazin von mehr als neun Leuten gelesen wird. Im Durchschnitt. Continue Reading

IT-Security, Hacker, Virus:

von Christoph Witte (IT-Publizist in München)

Die COMPUTERWOCHE sprach mit dem CSC-Chef für Cyber Security Carlos Solari und dem Ex-FBI-Agenten Joseph Pistone, alias Donnie Brasco.

CW: Die Unsicherheit in der digitalen Welt scheint ständig zuzunehmen. Oder schwillt nur der Lärm der Warnungen an, die von Security-Providern verbreitet werden? Continue Reading